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Ein investorenfähiges Finanzierungskonzept

veröffentlicht am 25. Januar 2015 von Manuela Gogsch in Businessplan | Unternehmenskonzept, Gründung, Finanzierung

Finanzierungskonzepte sind die Basis des Erfolgs eines jeden Start-ups. Wie Gründer ein erfolgreiches Finanzierungskonzept erstellen und damit Investoren überzeugen, wurde beim futureSAX-Gründerforum thematisiert.

Für Start-ups ist es besonders wichtig, sich frühzeitig über die unterschiedlichen Investitions- bzw. Finanzierungsarten zu informieren, um das für ihre Geschäftsidee passende Finanzierungskonzept erarbeiten zu können. Welche Aspekte für einen potenziellen Investor von Interesse und somit unverzichtbarer Bestandteil eines Konzeptes sind, wurde im Rahmen des Gründerforums besprochen.

Die Frage Finanzierung von Start-up's: Wie denken potenzielle Investoren?  beantwortete Dr. Matthias Kalbus, Beteiligungsmanager, SIB Innovations- und Beteiligungsgesellschaft mbH:

Es gibt unterschiedliche Investorentypen, die wiederum unterschiedliche Interessen verfolgen. Jeder Gründer sollte sich die Frage zu stellen, welcher Investor passt zu meinem Vorhaben und kann ich mit den Folgen der gewählten Finanzierung umgehen.

Privatinvestoren oder auch Business Angel investieren durchaus in der Frühphase, auch wenn das Geschäftsmodell noch nicht fertig entwickelt ist. Neben der Investition meist kleinerer Beträge bieten sie vor allem strategische Beratung. Die Exitmodelle sind zudem flexibel.

Zu den institutionellen Investoren zählen die sogenannten strategischen Investoren, Corporate Venture Capital (Eigenkapital von nicht im Finanzbereich tätigen Firmen) und Family Offices. Das Investitionsinteresse liegt in der Früh- bzw. Expansionsphase. Damit verschaffen sie sich Zugang zur Technologie bzw. sichern sich Unternehmensanteile im Exitfall. Voraussetzung ist das Vorhandensein eines erfolgversprechenden Geschäftsmodells.

Ein klassischer Venture Capital - Finanzinvestor investiert eher in einer späteren Finanzierungsrunde. Das Geschäftsmodell ist bereits marktfähig und weitere Investitionen sind zu finanzieren. Klares Ziel ist der spätere Verkauf aller Unternehmensanteile.

Alternativ finanzieren sogenannte Frühphasen-VC bereits in der Seedphase. Beispielhaft seien der HighTech Gründerfonds oder der Technologiegründerfonds Sachsen genannt. Auch die Finanzierungsform Crowdfunding kann hier eingeordnet werden.

Langer Atem ist gefragt!

Egal welcher Investor adressiert wird, von der Kontaktaufnahme bis zum Vertragsabschluss und der damit verbundenen Finanzierung ist es ein langer Weg für den Gründer bzw. Unternehmer.

Schließlich möchte ein Investor seine Finanzierung auf eine solide Basis stellen, d.h. jede Menge an Informationen werden im Laufe dieses Prozesses eingeholt.

Als wesentliche Entscheidungskriterien eines Beteiligungsinvestors nannte Dr. Kalbus folgende Punkte:
  • Fundiertes Unternehmenskonzept?
  • Ausbaufähiger Wettbewerbsvorteil von Produkt/Technologie?
  • Attraktiver, wachstumsfähiger Markt vorhanden?
  • Skalierbarkeit des Geschäftsmodells?
  • Sind Strategie und operationale Planung überzeugend?
  • Ist das Management fähig, Planung umzusetzen, kooperativ, bereit persönliches Risiko zu tragen?
  • Ist ein ROI von 25 - 50 % p.a. für die Investoren realisierbar gemäß Plan und Beteiligungsbedingungen?
  • Spätere Veräußerung möglich?

Um überhaupt an Kapital zu gelangen, muss natürlich der Investor mittels Businessplan auf das Vorhaben aufmerksam gemacht werden.

Zwei Punkte wurden dabei besonders herausgestellt:

Die ersten Sätze sind entscheidend!
Stellt Euch vor, Ihr hättet viel Geld. Richtig viel Geld. Jeden Tag kommen Gründer mit ihren Ideen und fragen nach Kapital. Lest Ihr den Businessplan von Anfang bis Ende, Wort für Wort bis zum Schluss? Wohl kaum. Bei Businessplänen muss der Kapitalgeber bereits in den ersten Sätzen auf die Geschäftsidee neugierig gemacht werden.
"Der Einstieg ist wichtig. Es ist wie bei einem Buch, wenn die ersten drei Seiten nicht spannend sind, ist man geneigt das Buch bei Seite zu legen.", so Steffen Beer, Leiter Geschäftskunden Dresden/Start-up, Ostsächsische Sparkasse Dresden.

Verständlichkeit!
Ein Banker oder auch Investor Venture Capital-Geber ist nicht unbedingt ein Fachmann. Gerade bei innovativen, technologierorientierten Gründungsvorhaben besteht die Gefahr sich in technischen Details zu verlieren. Steffen Beer gab hierzu folgenden Hinweis: "Wenn ein Dritter, der das Vorhaben nicht kennt, den Plan versteht, bestehen gute Chancen, dass auch wir es verstehen."