Header

Pfad

Sparsamkeit und Disziplin zahlen sich aus!

veröffentlicht am 16. Juni 2015 von Manuela Gogsch in Gründung, Finanzierung

Die Wahl der optimalen Finanzierung ist für viele Existenzgründer und junge Unternehmen die entscheidende Frage, ob mit einer guten Geschäftsidee der Markteinstieg auch wirklich gelingt. Viel Zeit wird mit der Suche nach einem passenden Investor verbracht. Egal ob Ihr Euch für die Bank, Business Angels, Crowdfinanzierung oder Förderkredit entscheidet - Ihr benötigt aussagekräftige, meist aufwendig aufbereitete Unterlagen. Nicht immer benötigen Unternehmensgründer jedoch Kapital von außen. Stellt Euch vor, Ihr seid für Euer Unternehmen nicht auf externe Finanzierung angewiesen und könnt Euch diesbezüglich entspannt zurücklehnen. Man spricht in diesem Fall vom Bootstrapping, also der Finanzierung aus Eigenkapital.

Der Begriff Bootstrapping leitet sich von dem englischen Wort "Bootstrap" ab und bedeutet so viel wie "Schnürsenkel". Die Analogie zwischen beiden liegt darin, dass Ihr beim Bootstrapping den finanziellen Spielraum sehr stark "einschnüren" müsst. Anstatt Investitionen mit Kreditmitteln oder Beteiligungen zu finanzieren, werden die Investitionen und die regelmäßigen Ausgaben des Unternehmens aus den laufenden Einnahmen getragen.

Möchtet Ihr als Gründer das Konzept des Bootstrappings verfolgen, seid Ihr einerseits an ein sehr begrenztes Budget, aber auch an einen engen Zeitplan und knappe Ressourcen gebunden. Voraussetzung ist es daher, dass Ihr so schnell wie möglich in das operative Geschäft einsteigen und ohne sonderliche Startinvestitionen Euer Vorhaben sofort in die Gewinnzone führen könnt. Fragt Euch, ob Ihr so früh wie nur möglich den Break-Even erreicht und einen positiven, internen Cashflow generiert, denn beim Bootstrapping finanziert sich das Unternehmen ohne externe Unterstützung - lediglich aus Eigenmitteln und genau diesem internen Cash-Flow. Dazu ist es wichtig, unnötige Ausgaben zu vermeiden und andererseits die Einnahmen zu maximieren.

So faszinierend es sich anhört, ist das Bootstrapping nicht für jede Art von Gründung und nicht für jeden Gründertyp geeignet. Voraussetzungen für ein erfolgreiches Bootstrapping sind:
  • Eigenes Geld
  • Das operative Geschäft kann und soll möglichst bald beginnen
  • Fokus auf positive Cashflows
  • Risikobereitschaft
  • Effizienz
  • Klarer Fokus auf Vertrieb
  • Keine hochbezahlten Teammitglieder oder Manager
  • Die Liquidität ist zu gewährleisten
  • Mut zur Lücke 
     
Bootstrapping kann viele Vorteile mit sich bringen:
  • Ihr lernt mit Geld umzugehen und von Vornherein sparsam und effektiv zu wirtschaften.
  • Ihr bleibt finanziell unabhängig gegenüber Banken und Investoren.
  • Wer das eigene Geld für die Beschäftigung von Mitarbeitern oder für die Anschaffung von Gegenständen ausgeben muss, hat in der Regel einen stärkeren Bezug zu Beidem.
  • Wer von Anfang an mit wenig Geld auskommen muss, arbeitet in der Regel von Anfang an wirtschaftlich.
  • Leichtere Investorensuche! Sollte die Aufnahme von Fremdkapital irgendwann unabwendbar sein, ist nicht auszuschließen, dass Investoren davon beeindruckt sind, dass Ihr das Unternehmen aus eigener Kraft finanziert und zum Wachsen gebracht habt.
     
Über folgende Nachteile solltet Ihr Euch aber bewusst sein: Es lastet ein hoher Leistungsdruck auf Euch, die Zeit- und Kapitalressourcen sind knapp und das Entwicklungspotential von Beginn an begrenzt!