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Gründerportrait # 10: ProCopter GmbH – Leidenschaften gewinnbringend verbunden

veröffentlicht am 11. November 2015 von in Geschichten | Portraits | Interviews, Gründung

ProCopter hat sich auf innovative Luftbildfotografie spezialisiert und bietet diese Dienstleistung bundesweit an. Mit kleinen Drohnen, so genannten Multicoptern, werden Fotos bzw. Videos von Industrieanlagen, landwirtschaftlichen Flächen und Events verschiedener Art für Unternehmen bzw. Privatpersonen angefertigt.

Zum einen bieten wir thermografische Untersuchungen elektrischer Anlagen wie Stromleitungen, Photovoltaikanlagen oder Windräder an. Durch Wartungsflüge, die frühzeitige Schadenserkennung oder thermografische Datenerhebungen können die Betreiber Geld sparen, denn damit lassen sich Rentabilität und Lebensdauer dieser Anlagen verbessern. Zum anderen können auch Dokumentationen für Versicherungen und Banken bei uns in Auftrag gegeben werden.

Für die Agrarwirtschaft erstellen wir Kartierungen aus der Luft und erfassen Ernteausfälle, beispielsweise durch das Aufspüren von Wildschäden. Außerdem können wir Analysen zur Vegetation erstellen, auf deren Grundlage sich u. a. Entscheidungen zur teilflächenspezifischen Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln treffen lassen.

Und nicht zu vergessen: Wir filmen bzw. fotografieren Objekte sowie Ereignisse aus ungewöhnlichen und beeindruckenden Perspektiven. Diese hochauflösenden Luftbilder bieten im Werbebereich als Foto, Video oder Imagefilm an.

Wie und wann entstand die Idee dazu?

Wir haben uns während des Studiums in Leipzig kennengelernt, Florian studierte Agrarwissenschaften und Frank Wirtschaftsingenieur für Energie-, Gebäude- und Umwelttechnik, nebenbei war und ist er passionierter Fotograf. Was lag also näher, als die Interessen zu verbinden und damit Geld zu verdienen. Los ging es dann mit fotografischen Dienstleistungen für die Landwirtschaft.

 Wer hat Euch bei der Gründung geholfen?

Ungefähr ein Jahr lang haben wir an der Geschäftsidee getüftelt und gefeilt, mit Rat und Tat unterstützt vor allem durch das Leipziger Hochschulgründernetzwerk SMILE, aber auch durch die IHK zu Leipzig.

Was waren bisher die größten Herausforderungen und wie habt Ihr sie bewältigt?

1. Unsere größte Herausforderung war die erste Finanzierungsrunde. Wir hatten viel Zeit für einen Businessplan investiert und bekamen nicht den gewünschten Gründerkredit. Das war für uns der Startschuss vollends mit Eigenmitteln im bootstrapping Verfahren zu starten.

2. Die Verifizierung der Idee im technischen und wissenschaftlichen Bereich als Trägersystem mit Multicoptern zu arbeiten und diese in eine belastbare Geschäftsidee umzusetzen.

Gibt es Erfahrungen, die Ihr an andere Gründer weitergeben möchtet?

Zu unterscheiden lernen, was ist wichtig, was vertane Zeit ist - in diesem Kontext, nicht zu viel Energie in Anträge für Förderungen stecken. Oftmals überwiegt der Aufwand den Nutzen.

Es ist zu Beginn wichtig, den Markt und seine Kunden zu kennen bzw. einschätzen zu können und direkt aktiv mit diesen Akteuren zusammen zu arbeiten. Daher lieber früh auf den Markt gehen, Prototyp und Dienstleistung am Kunden testen und daran wachsen. Zu Beginn muss nicht alles perfekt sein.

Welche Faktoren sind aus Eurer Sicht wichtig, für den Erfolg einer Existenzgründung?

Man darf sich nicht von Rückschlägen vom Kurs abbringen lassen. Auch Fehler bereichern eine Unternehmensgründung.

Die Gründung im Team mit Partnern, die sowohl menschlich zusammenpassen, als auch die gleichen Ziele verfolgen, ist ein Vorteil. 

 Gibt es etwas worauf Ihr besonders stolz seid?

Wir haben es ohne Kredit geschafft uns zu positionieren und sind durch unser Gespür für den Markt und innovative Arbeitsweise auf einem guten Weg, eine Firma mit einem gesunden Wachstum aufzubauen. Es stehen einige neue und spannende Projekte in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen in den Starklöchern.

Was ist Eure Zukunftsvision?

Wir möchten weiterhin innovativ bleiben, nachhaltig und gesund wachsen und unsere Kooperationsnetzwerk ausbauen. Wir möchten zur Sensibilisierung des negativ konnotierten Begriffes "Drohne" beitragen.

Eigene Produkte und die Erweiterung unseres Angebotsportfolios sind geplant.

Die Vernetzung von Dienstleistung, Wissenschaft und B2C-Markt.

Welche Ziele habt Ihr?

Unser Ziel ist es Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen und ProCopter als Standard für Qualitätssicherung aus der Luft zu etablieren.