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Crowdinvesting gewinnt an Zuspruch

veröffentlicht am 15. Februar 2016 von Ute Zesewitz in Finanzierung, Gefunden

Je höher der eigene finanz­ielle Beitrag der Grün­der ist, desto mehr Kapital ver­trauen die An­leger ihnen im Rahmen von Crowd­invest­ing an. Zu diesem Er­gebnis kommt ein gemein­schaft­liches For­schungs­pro­jekt der Uni­versität Siegen und des IfM Bonn. Die Wissen­schaftler haben 163 Finanz­ierungs­runden von 145 Unter­nehmen unter­sucht, die zwi­schen 2011 und 2014 ge­startet wurden. Zudem be­fragt­en sie die Ge­schäfts­führer crowd­finanzierter Unter­nehmen. Zwei weit­ere Er­gebnisse: Eigen­tümer von jungen Unter­nehmen ent­scheiden sich be­wusst für das Crowd­in­vesting - und nicht mangels Alter­nativen. Außerdem wählen sie Crowd­invest­ing nicht nur, um ihr Vor­haben zu finanz­ieren, son­dern auch, um auf diese Weise für ihre Pro­dukte und Dienst­leist­ungen beim End­kunden zu werben.

Dabei zeigte sich: Je höher der eigene finanzielle Beitrag der Gründer war, desto mehr Kapital vertrauten die Anleger ihm an. Den Gründerinnen und Gründern standen durchaus alternative Finanzierungsquellen zur Verfügung, um ihre Ideen zu realisieren. Dennoch entschieden sie sich bewusst für diese Art der Finanzierung. Bisher hatte die Annahme vorgeherrscht, dass die eigenkapitalbasierte Form des Crowdfundings vor allem von Unternehmen genutzt wird, denen andere Finanzierungsquellen versperrt sind.

Allgemeine Anerkennung in der Finanzwelt wächst

Im untersuchten Zeitraum wurden rund neun von zehn Kampagnen von der Crowd erfolgreich finanziert - 85 % der Unternehmen würden sich daher auch wieder für Crowdinvesting entscheiden. Allerdings ist diese neuartige Finanzierungsform nicht für jedes junge Unternehmen eine Option.

Die Studie 'Unter�nehmens�gründung und Crowd�investing' belegt zudem, dass sich diese Finanz­ierungs­form besonders für inno­vative Wachst­ums­unter­nehmen eignet, die Kapital für eine zeit­nahe Markt­einführung suchen. Gleich­wohl harmo­niert Crowd­invest­ing mit eta­blierten Formen der Früh­pha­senfinanz­ierung: Nahezu die Hälfte der be­tracht­eten Unter­nehmen erhielt eine Folge­finanz­ierung durch einen Business Angel oder eine Ven­ture Capital-Gesellschaft. Die Bestandsfestigkeit der crowdinvestierten Unternehmen ist prinzipiell überdurchschnittlich hoch. Dennoch wurden 10 Cent eines jeden Euros in Unternehmen investiert, die innerhalb des Betrachtungszeitraums wieder aus dem Markt ausschieden. Dies macht noch einmal deutlich: Crowdinvesting ist eine Form von Risikokapital, die zu Verlusten bei den Anlegern führen kann.

Quelle: IfM Bonn: PM "Warum Crowdinvesting immer beliebter wird"

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