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Neuromarketing und das Schaufenster als Visitenkarte des Einzelhandels

veröffentlicht am 16. Mai 2018 von Manuela Glöckner in Gefunden

Schon mal was von "Neuromarketing" gehört? Marketing ist ja klar, aber Neuromarketing? Ist es vielleicht ein medizinisch "verordnetes" Marketing? Und was hat das eigentlich mit Schaufenstern zu tun?
Schon mal was von "Neuromarketing" gehört? Marketing ist ja klar, aber Neuromarketing? Ist es vielleicht ein medizinisch "verordnetes" Marketing? Und was hat das eigentlich mit Schaufenstern zu tun. Für mich ist es, ganz schlicht gesagt, "Kopf"kino"marketing". Nach Dr. Hans-Georg Häusel, Neuromarketing-Experte, ist es der "magische Kauf Button", welcher durch strategisch gezielte Werbung den Kaufimpuls beeinflussen und schließlich natürlich auch auslösen soll.  "Die Hirnforschung zeigt uns, dass der bewusste und rationale Kunde eine Illusion ist. Kaufentscheidungen fallen erstens weitgehend unbewusst und sind zweitens immer emotional.", so Dr. Hans-Georg Häusel. Dabei kommt es auf Vorlieben, spezielle Präferenzen aber auch auf das Alter und Geschlecht der zum Kauf zu überzeugenden Kunden an. Eines der wichtigsten Marketing-Instrumente des Handels war von jeher der Standort. Passt der Standort nicht, hat es jeder Händler schwer, sein Geschäft auf Dauer erfolgreich zu halten. Erstes Signal für die Kunden des eigenen Geschäftes an einem Standort ist das Schaufenster. Insofern ist es schon interessant, wenn untersucht wird was die gezielte Aktivierung des "Hippocampus" oder des "dorsolateralen präfrontalen Kortex" beim Betrachten eines Schaufensters so alles bewirken können. Die IHK Potsdam hat 10 Tipps für eine clever gestaltete Ladenfläche zusammengestellt
  1. Weniger ist mehr im Schaufenster
    Nicht das Schaufenster mit dem gesamten Sortiment überladen, sondern nur ausgewählte Produkte zeigen und davon eins highlighten.
  2. Tief stapeln im Eingangsbereich
    Im Eingangsbereich nur niedrige Regale mit Lockangeboten aufstellen. Der Kunde kann ohne Anstrengung über diese Regale hinwegsehen und sich einen Eindruck vom Rest des Geschäftes verschaffen.
  3. Warengruppen kombinieren
    Beieinanderstehende Warengruppen mit zusammenhängendem Nutzen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Spontankäufen. Zum Beispiel sollten Zahnbürste und Zahnpasta oder Wanderschuh und Wanderkarte dicht beieinander zu finden sein. Aber auch Bier und Chips passen gut zusammen.
  4. Bessere Einsicht für mehr Durchblick
    Ermöglicht der Blick durchs Schaufenster Einsicht in das Ladeninnere, senkt dies Berührungsängste und weckt die Neugier beim Kunden. Außerdem wird die Orientierungsphase im Laden verkürzt. Darum sollten keine Werbetafeln und Aufsteller vor dem Geschäft den Blick ins Innere versperren.
  5. Mit den Händen gucken
    Studien zeigen, dass der Absatz um bis zu 40 Prozent steigt, wenn Kunden ein Produkt vor dem Kauf ausprobieren können. Die Präsentation der Waren und vor allem deren Nutzen und Anwendung mit Erklärvideos oder einer Demonstration vor Ort zu illustrieren, steigert den Verkaufserfolg, genauso wie den Kunden explizit zum Testen einzuladen.
  6. Bezahlen, bitte!
    Je weniger der Bezahlvorgang mit negativen Erlebnissen verknüpft wird, umso eher wird der Kunde wiederkommen. Deshalb sind lange Wartezeiten, Lärm, gestresste Mitarbeiter oder beengte Verhältnisse im Kassenbereich zu vermeiden.
  7. Raum für Entfaltung
    Übersichtlicher im Schaufenster wird es, wenn mindestens eine Handlänge Abstand zwischen zwei nebeneinanderstehenden Produkten ist. Je größer die Produkte, umso mehr Abstand zueinander benötigen sie auch. 
  8. Ordnung ist das halbe Sortiment
    Ein gut strukturiertes Sortiment, zum Beispiel in Warengruppen, hilft dem Kunden, sich im Geschäft schnell zurecht zu finden. Zusätzlich weithin sichtbare und ansprechende Beschilderung unterstützt dies noch.
  9. Zur Kasse gebeten
    Die Kasse muss vom Kunden schnell gefunden werden. Darum sollte sie am Rand des natürlichen Laufweges zum Ausgang liegen und mit deutlicher Beschilderung gekennzeichnet sein.
  10. Schaufenster mit doppeltem Boden
    Bei kleineren Produkten ist es sinnvoll, das Schaufenster in Ebenen einzuteilen - allerdings nie mehr als zwei. So bekommt das Schaufenster Tiefe, ohne überladen zu wirken.
     
Tipp! Eine umfassende Checkliste  "Im Kopf des Kunden"  steht ebenfalls als Download-Dokument bereit. Reinschauen lohnt sich auf alle Fälle!