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   Am Anfang der Selbstständigkeit steht einer, der Mut aufbringt, in neuen Bahnen zu denken, viel Phantasie hat, aber auch genau plant und recherchiert.   


Gründerwelle mit wenigen Innovationsimpulsen
06.07.2010

Pressestatement des DIHK-Hauptgeschäftsführers Martin Wansleben anlässlich des Erscheinens des DIHK-Gründerreports 2010:

„Erstmals seit vier Jahren wollen in Deutschland wieder deutlich mehr Menschen ein eigenes Unternehmen gründen. Die Industrie- und Handelskammern vermelden für das Krisenjahr 2009 einen Zuwachs der Gespräche mit Existenzgründern um 14 Prozent auf insgesamt 363.501. Der Anlass war oftmals drohende Arbeitslosigkeit.

Besonders hohes Gründungsinteresse bestand in Dienstleistungsbranchen wie Gebäudebetreuung, Garten- und Landschaftsbau, künstlerisch unterhaltenden Tätigkeiten, Werbung und Marktforschung – hier verzeichnen die Berater einen Zuwachs von 8 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Die Hauptgründe: Arbeitslose bringen zumeist nur wenig eigenes Kapital für die Gründung mit und streben daher eine Selbstständigkeit in Branchen an, in denen eine Kleingründung möglich ist. Und: Durch den ungebrochenem Trend zum Outsourcing bestehen für Fachkräfte gerade im IT-Bereich gute Gründungschancen. Auch das Gastgewerbe zieht nach wie vor Gründer an. Im Einzelhandel dagegen ist der Trend rückläufig. Sinkende Margen und erforderliches Kapital machen die Branche weniger attraktiv.

Eine nachrangige Rolle im Gründungsgeschehen spielten Branchen mit hohem Innovationspotenzial. Gerade sechs Prozent wollten sich in einer Hightech-Branche selbständig machen. Im Jahr 2009 suchten 21 Prozent weniger Hightech-Gründer die IHK-Gründungsberatung auf als im Jahr 2006, als die Zahl der Innovationsgründer bei den IHKs erstmalig erhoben wurde. Gerade solche Gründungen in Hightech-Bereichen wie Informations- und Kommunikationstechnik oder Gesundheits- und Medizintechnik setzen jedoch Impulse für Wachstum und Beschäftigung. Im ersten Geschäftsjahr schaffen Hightech-Unternehmen vier bis sechs Arbeitsplätze – und damit doppelt so viel wie der Durchschnitt der Gründungen.

Ein großes Problem: Pioniergeist steht zumeist nicht Pate bei den Existenzgründungen – und die Qualität der Geschäftskonzepte lässt nach: Gerade arbeitslose Gründer begeben sich oftmals übereilt in das Abenteuer Selbstständigkeit: Zwei Drittel der arbeitslosen Gründer können die Vorzüge ihrer Idee gegenüber Konkurrenzangeboten nicht hinreichend erklären, die eher unternehmerisch motivierten Gründer sind zumeist deutlich besser vorbereitet.

Trotz fast 200 Förderprogrammen für Existenzgründer ist es damit nicht gelungen, eine Welle von Gründungen mit hohem Erfolgspotenzial anzustoßen. Wir brauchen in den Schulen und Universitäten eine deutschlandweite Offensive für das Verständnis von Unternehmertum. Ohne findige Unternehmer verspielen wir Chancen auf Wachstum und Innovationen. Angesichts der demografischen Entwicklung und Gründungsneigung der Deutschen wird es im Jahr 2050 über eine halbe Millionen Unternehmer weniger geben als heute. Vor diesem Hintergrund ist es schon ein Skandal, dass in den meisten Schulbüchern das Thema Unternehmertum allenfalls ein Schattendasein fristet.

Die Verankerung von unternehmerischer Selbstständigkeit im Bildungssystem ist ein wichtiger Baustein der Initiative der Bundesregierung „Gründerland Deutschland“, die die IHK-Organisation unterstützt. Die Bundesregierung sollte dabei auch die Länder mit ins Boot holen - insbesondere wegen deren bildungspolitischer Kompetenz.“

DIHK-Gründerreport 2010

Gewerbeentwicklung und Gründungsgeschehen im Kammerbezirk Dresden bis 2009

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