Header

Pfad

Gründungsweg

Wege zum eigenen Unternehmen

Nicht immer muss der erste Schritt in die Selbstständigkeit eine Betriebsneugründung sein. Wer bei seinem Start als Unternehmer nicht bei Null anfangen möchte, kann sich auch für einen anderen Weg entscheiden.

Die Möglichkeiten eine selbstständige Existenz zu gründen, sind vielfältig. Einerseits können Sie ein Unternehmen neu gründen, sich an einem bestehenden Unternehmen beteiligen, als Lizenznehmer eines anderen Unternehmens arbeiten (Franchise) oder ein bestehendes Unternehmen übernehmen.
 

Bei Null anfangen: Neugründung

Die Neugründung bzw. Errichtung eines Unternehmens ist die häufigste Gründungsform. Sie bietet den größten Gestaltungsspielraum. Durch pfiffige Ideen sind kleine Unternehmen - in Verbindung mit ihrer Flexibilität - besonders erfolgreich, sie können schneller auf sich ändernde Trends am Markt reagieren. Allerdings startet man, was Kontakte zu Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Geschäftspartnern angeht, in der Regel bei Null.
Die größte Herausforderung an Sie stellt daher die Markteroberung dar. Selbst wenn Ihre Idee gut ist, müssen Sie sich erst einen Namen erarbeiten und einen Kundenstamm aufbauen. In der Anlaufphase müssen Sie Schwierigkeiten in organisatorischer und bürokratischer Hinsicht überwinden. Nur wer in dieser Phase durchhält, kann sich dauerhaft am Markt durchsetzen.
 

Selbstständigkeit light: Nebenerwerbsgründungen als Testballon

Rund die Hälfte aller Gründer beginnen mit einer nebenerwerblichen Selbstständigkeit. Dabei planen gut ein Drittel davon ihre nebenerwerbliche Gründung zukünftig zu einem Haupterwerb auszubauen. Nebenerwerbsgründungen sind besonders interessant für Gründer, die
  • unsicher sind, ob die Selbstständigkeit das Richtige für sie ist.
  • testen wollen, ob die Idee, mit der sie sich selbstständig machen wollen, sich auch verwirklichen lässt und ob sie davon leben können.
  • Kinder und Haushalt versorgen müssen und keine Tätigkeit mit einem 12-Stunden-Tag aufnehmen können.
Eine nebenerwerbliche Selbstständigkeit ist ein Test, um erste Erfahrungen zu sammeln. Es ist ein sicherer und langsamer Einstieg mit einem geringeren Risiko und Kapitaleinsatz. Die nebenerwerbliche Selbstständigkeit setzt grundsätzlich eine Haupteinkommensquelle voraus. Diese kann unter anderem eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, eine Arbeitslosigkeit oder ein Studium sein. Rechtlich gibt es diesbezüglich keinerlei Einschränkungen. Es gelten hier jedoch dieselben gesetzlichen Vorschriften wie für eine hauptberufliche Selbstständigkeit.

Folgende Besonderheiten sollten außerdem bei einem nebenberuflichen Start beachtet werden.
 

In den Fußstapfen eines anderen: Nachfolge

In den Fußstapfen eines anderen: Nachfolge
Es muss nicht immer ein völlig neues Unternehmen errichtet werden, um sich selbstständig zu machen. Der Erwerb eines bestehenden Unternehmens oder eine Beteiligung können den Schritt in die Selbstständigkeit erleichtern und eröffnet Ihnen zahlreiche Chancen, da bestehende Unternehmen am Markt bereits etabliert sind. Standort, Produkte, Absatzmärkte, Lieferantenbeziehungen, Geschäftspartner und vor allem ein Kundenstamm sind schon vorhanden.

Aber Vorsicht: Vorhandene Strukturen können auch Grenzen setzen und Sie in Ihren Vorstellungen und Planungen einengen. Zur Übernahme angebotene Unternehmen müssen gründlich analysiert werden, um mögliche Gefahren bzw. Risiken zu erkennen. Prüfen Sie z. B.
  • Allgemeine bisherige Unternehmensentwicklung
  • Angebot des Unternehmens: Qualitätsniveau, Preis, Wettbewerbsfähigkeit
  • Künftige Unternehmensentwicklungen; Wie könnten Lieferanten, Kunden, Wettbewerber und Mitarbeiter auf den Wechsel reagieren?
  • Umsatz-, Kosten- und Gewinnentwicklung der vergangenen Jahre und Gewinnerwartung
  • Bewertung der Vermögenspositionen (Anzahl, Alter, Zustand etc.); Welche zusätzlichen Investitionen bzw. Ersatzbeschaffungen sind erforderlich?
Die häufigsten Nachfolgemodelle sind die Familiennachfolge und der Eigentümerwechsel. Der eigentliche Prozess der Übergabe ist oft die schwierigste Phase. Für Unternehmer, die jahrelang einen Betrieb mit ihren Ideen und ihrem Stil geprägt haben, heißt es loszulassen und den Weg freizumachen für Nachfolger.
  • Treffen Sine frühzeitige Absprachen,
  • Regeln sie klar die Zuständigkeiten,
  • Berücksichtigen Sie persönliche und fachliche Voraussetzungen.
Die genannten Punkte stellen nur eine Auswahl wichtiger Faktoren dar und sollen bei den Überlegungen Hilfe leisten. Auf Grund der Komplexität, die eine Geschäftsübernahme mit sich bringt, ist die frühzeitige Einbeziehung von externen Beratern unbedingt anzuraten. 

Sie besitzen keine Lizenzrechte für diese Funktion!
 

Konzept gegen Gebühr: Franchise

Franchising ist vor allem dann eine gute Lösung, wenn zwar der Wunsch nach Selbstständigkeit vorhanden ist, aber eine Geschäftsidee fehlt, denn Franchising bedeutet, dass man als Selbstständiger das Konzept, die Marke, und das Marketing eines anderen Unternehmens einkauft. Das Prinzip ist im Grunde einfach: Der "Franchise-Geber" bietet ein erprobtes Geschäftskonzept als Lizenz zum Kauf an. Mit dem Erwerb werden Sie dessen "Franchise-Nehmer" - und gleichzeitig selbstständiger Unternehmer. So nutzen Franchise-Nehmer das gesamte Know-how des Franchisegebers und profitieren vom Bekanntheitsgrad einer namhaften Marke gegen eine vertraglich vereinbarte Gebühr. Vorteile des Franchisings sind insbesondere die Unterstützung des Franchisegebers durch Beratung, Marktanalyse und Fortbildung sowie der Zugriff auf ein existierendes Marketingkonzept und vorhandene Werbematerialien. Aber bedenken Sie z. B. auch die eingeschränkte Entscheidungsfreiheit, die Ihnen zur Verfügung steht. Der Lizenzgeber gibt auch unternehmerische Entscheidungen vor. Der Franchisenehmer hat oft nur wenige Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Für Jungunternehmer, die gerne selbst initiativ sind, kann das ein Problem sein.

Bevor Sie in ein Franchisesystem einsteigen und sich vertraglich binden, sollten Sie die Qualität des Konzeptes überprüfen. Den Entwurf des Franchisevertrages sollten Sie nach Möglichkeit rechtlich überprüfen lassen. Wichtig ist die richtige Wahl des Franchisepartners, da es auch schwarze Schafe gibt.

Merkblatt Franchising

Schwarze Schafe - Drum prüfe, wer sich geschäftlich bindet

Infoletter GründerZeiten Nr. 04 des BMWi: Franchise